Interview mit Pam

Frischer Lachs und ehrliche Handarbeit im Familienbetrieb – seit 1984. Das Team von Pamela Kuratli erschafft bei «Kuratli Räucherspezialitäten» in Nussbaumen (AG) Rauchlachs, der besonders mild und hochwertig ist. Ihren Bericht möchten wir euch nicht vorenthalten:

Pam, Dein Vater hat damals den Laden gegründet. Wie kam es dazu?

Er war als Küchenchef viele Jahre lang in der ganzen Welt tätig. Als er schliesslich eine der heissbegehrten Positionen in einer Küche in Asien bekam, sah er sich mit einer grossen Herausforderung konfrontiert: Europäische Spezialitäten aus asiatischen Zutaten herzustellen. Also entwickelte er Rezepte für Spezialitäten, die es dort nicht gab, und stellte diese gezwungenermassen komplett selbst her. Unter anderem auch Rauchlachs. So kam es, dass ihn schliesslich das „Räucher-Fieber“ packte und er sich auf diese vielseitige Zubereitungsart spezialisierte. Als er schliesslich meine Mutter kennen lernte, kehrte er in die Schweiz zurück. Hier konnte er das Erlernte als Küchenchef weiter perfektionieren. Da die Gastronomie aber sehr unregelmässige Arbeitszeiten mit sich bringt, wollte er sich gerne selbständig machen. Auch um seine eigenen Rezepte mehr Menschen zugänglich zu machen. Genau zur richtigen Zeit, wie sich dann herausstellte, denn damals sahen sich viele Hotels und Restaurants noch gezwungen, selbst zu räuchern, da es keine hochwertigen Produkte auf dem Markt gab. Dort setzte mein Vater an und verkaufte seine selbstgeräucherten Spezialitäten bald an viele Gastronomen in der Region.

War es damals schwierig eine geeignete Produktionsstätte zu finden?

Eigentlich nicht, dennoch war es eine reine Glückssache. Er fand eine ehemalige Metzgerei, die aufgrund der Pensionierung des Besitzers geschlossen wurde, und passenderweise über einen grossen, traditionellen Räucherofen verfügte. Vorerst arbeitete er nebenbei noch als Küchenchef, wurde beim Verkauf aber immer erfolgreicher. Ich half damals an Weihnachten und anderen Feiertagen zwar mal im Laden aus, für mich war der definitive Einstieg in den Betrieb damals aber keine Option.

Wie kam es dazu, dass Du es Dir anders überlegt hast?

Ein Schicksalsschlag veränderte alles: Vor rund sieben Jahren erlitt mein Vater einen Schlaganfall. Ich wusste wie wichtig ihm das Unternehmen war, also nahm ich all meinen Mut zusammen, kündete meinen Job und stieg in das Geschäft ein. Glücklicherweise erholte er sich schnell wieder, und ich kann heute auf seine Unterstützung zählen.

Hast Du mal daran gedacht, wie Dein Leben ohne diesen Schicksalsschlag verlaufen wäre?

Nein, ich bin wirklich sehr froh über meinen Entscheid und sehr glücklich als Geschäftsführerin. Natürlich war die Übernahme damals nicht immer leicht. Zum Glück konnte ich mich auf die langjährigen Mitarbeiter meines Vaters verlassen und ich kann mir auch immer wertvolle Tipps von ihm holen. So gelang es mir, den Laden nicht nur zu behalten, sondern auch weiterzuentwickeln. Heute verkaufen wir im modernisierten Laden Räucherspezialitäten und andere regionale Kleinigkeiten wie Öle, Chutneys und Gewürze. Vor allem bei den Anwohnern ist der Laden sehr beliebt.

Was hat sich seit Deiner Übernahme noch verändert?

Ansonsten nicht viel. Die Arbeitsabläufe von Hand und nach traditionellem Verfahren sind gleichgeblieben und werden nur wenig durch Maschinen unterstützt, was mir persönlich sehr wichtig ist. Wie schon vor 30 Jahren trifft immer montags um 6 Uhr morgens der fangfrische Fisch in bester Qualität ein. Die Grundrezepte und Gewürze stammen noch von meinem Vater, es kommen aber neue Kreationen, wie zum Beispiel asiatische Varianten, dazu. Bei denen erlaube ich mir, etwas Innovation einzubringen. Aber die Qualität und das traditionelle Handwerk sind seit jeher gleichgeblieben.

Wir servieren Deine Räucherspezialitäten im IRO, was bedeutet Dir die Zusammenarbeit?

Ich freue mich wirklich sehr darüber. Das IRO ist mir von früher noch wohlbekannt. Damals galt es in Zürich als ultimativer Treffpunkt für gemütliche Abende mit Freunden und auch ich war regelmässig da. Ich kann den ersten Besuch im neueröffneten Restaurant kaum erwarten und vor allem dann den Lachs angerichtet auf dem Teller zu sehen. Das eigene Produkt auf der Speisekarte zu sehen ist schon etwas ganz Besonderes.

Vielen Dank, dass Du Deine Geschichte mit uns geteilt hast, Pam!

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